Die abschließenden nationalen Konferenzen des Erasmus+-Projekts „Influencing careers of VET students – influVET“ fanden am 27. März 2026 erfolgreich in Kroatien, Deutschland und Serbien statt und brachten mehr als 90 Teilnehmer aus den Bereichen berufliche Bildung, Berufsberatung, Jugendarbeit, digitale Bildung, Unternehmertum und nichtformales Lernen zusammen.
Die Konferenzen bildeten den Abschluss der öffentlichen Präsentation der Projektergebnisse in den drei Partnerländern. Die von DOMAS in Kroatien, Outreach Hannover e.V. in Deutschland und CNELL in Serbien organisierten Veranstaltungen brachten Lehrkräfte, Schulpädagogen, Psychologen, Berufsberater, Jugendarbeiter, Ausbilder sowie Vertreter von Berufsschulen und Organisationen, die mit Jugendlichen arbeiten, zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie man Berufsschüler dabei unterstützen kann, die Berufe von Influencern und digitale Berufe auf realistische, verantwortungsbewusste und fundierte Weise zu verstehen.
In allen drei Ländern wurden den Teilnehmern die wichtigsten Ergebnisse von influVET vorgestellt: das Toolkit für Berufsschüler, der Lehrplan für Berufsschullehrer und zugehörige Fachleute sowie die Online-Projektplattform. Das Toolkit wurde als praktische Ressource für Workshops mit Schülern präsentiert und deckt Themen wie Personal Branding, professionelle Online-Kommunikation, glaubwürdige Quellen, digitale Sicherheit, Karriereplanung und Aktionspläne für soziale Medien ab. Der Lehrplan wurde als nützliches Instrument zur beruflichen Weiterentwicklung für Pädagog*innen anerkannt, die ihre Fähigkeit stärken möchten, Lernende im Zeitalter der Influencer anzuleiten. Die Online-Plattform wurde als Raum vorgestellt, in dem Projektmaterialien zugänglich bleiben und den weiteren Austausch auch nach Projektende unterstützen.
Obwohl die Veranstaltungen in unterschiedlichen nationalen Kontexten stattfanden, tauchten in den Diskussionen viele gleiche Botschaften auf. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass die Karriere als Influencer nicht nur als attraktive Online-Erfolgsgeschichte dargestellt werden sollte, sondern auch als Arbeit, die Planung, Kommunikationsfähigkeiten, Finanzwissen, ethisches Bewusstsein, Belastbarkeit und Verantwortung erfordert. Lehrkräfte und Berufsberater betonten, dass Schüler*innen bereits stark von sozialen Medien beeinflusst werden, während es den Schulen oft an strukturierten Instrumenten mangelt, um diese Themen im Rahmen der Berufsberatung zu behandeln.
In Kroatien wurde in der Diskussion deutlich, wie wichtig es ist, Themen rund um Influencer mit verschiedenen Bereichen der beruflichen Bildung zu verknüpfen, darunter Gesundheit, Design, Technik, Wirtschaft und Dienstleistungsberufe. In Deutschland legten die Teilnehmer einen starken Fokus auf digitale Reputation, Datenschutz, Selbstständigkeit und rechtliche Verpflichtungen. In Serbien löste die Konferenz eine wichtige Diskussion über die Erwartungen junger Menschen hinsichtlich schnellen Online-Erfolgs, finanzieller Unabhängigkeit und des psychologischen Drucks durch öffentliche Sichtbarkeit aus.
Besonders wertvoll waren die partizipativen Teile der Konferenzen. Im Rahmen von Diskussionen und Gruppenarbeiten erarbeiteten die Teilnehmenden konkrete Möglichkeiten, wie die Projektmaterialien in Schulen, Beratungsstellen, Jugendorganisationen und der Erwachsenenbildung eingesetzt werden können. Zu den vorgeschlagenen Anwendungsbereichen gehörten Sitzungen mit Klassenlehrkräften, Unterricht im Bereich Unternehmertum, Tage zur Berufsorientierung, Lehrerfortbildungen, Jugendarbeit sowie die Zusammenarbeit zwischen formalen und nicht-formalen Bildungsanbietern.
Das Feedback der Teilnehmer fiel äußerst positiv aus. Sie schätzten den praktischen Charakter der Projektergebnisse, den ausgewogenen Ansatz in Bezug auf die Karriere als Influencer sowie die Gelegenheit, ein Thema zu diskutieren, das im Leben junger Menschen eine große Rolle spielt, in der Bildung jedoch noch immer zu wenig Beachtung findet. Viele Teilnehmer betonten, dass das Projekt Schüler weder dazu ermutigt noch davon abhält, Influencer zu werden, sondern ihnen hilft, kritisch zu denken, Risiken und Chancen zu verstehen und fundierte Berufsentscheidungen zu treffen.
Die Abschlusskonferenzen bestätigten die Relevanz von influVET in allen drei Ländern. Sie zeigten, dass die Karriere als Influencer nicht nur ein Medientrend ist, sondern auch einen nützlichen Einstieg in umfassendere Lerninhalte zu den Themen digitale Kommunikation, Beschäftigungsfähigkeit, Unternehmertum, Finanzkompetenz, Medienkompetenz und verantwortungsbewusste Online-Präsenz bietet. Mit seinem Toolkit, dem Lehrplan und der Online-Plattform hinterlässt das Projekt praktische Ressourcen, die Auszubildende und Lehrkräfte im Bereich der beruflichen Bildung auch über die Projektlaufzeit hinaus weiterhin unterstützen können.

