Einkommen von Influencern

Ist Influencing wirklich „leicht verdientes Geld“? Finden Sie es im Workshop aus unserem Lehrplan heraus.

Auch wenn unser Projekt nun beendet ist, werden wir weiterhin interessante Ressourcen für euch bereitstellen und euch Einblicke in unser Projekt geben! Bleibt also dran! Heute präsentieren wir euch einen Workshop aus unserem Lehrplan zum Thema Finanzkompetenz!

Viele junge Menschen empfinden eine Karriere als Influencer als attraktiv, kreativ und finanziell lohnend. In den sozialen Medien sehen sie oft erfolgreiche Influencer, die auf Reisen sind, für Produkte werben, mit Marken zusammenarbeiten und einen flexiblen Lebensstil präsentieren. Was sie dabei meist nicht sehen, sind die finanziellen Verpflichtungen, die mit dieser Art von Arbeit einhergehen.

Genau aus diesem Grund umfasst das InfluVET-Curriculum den Workshop „Finanzkompetenz und Einkünfte von Influencern“.

Der Workshop ist Teil des Lehrplans „Stärkung von Berufsbildungslehrkräften und Experten für Karrieremanagement im Zeitalter der Influencer“ und richtet sich an Berufsbildungslehrkräfte, Ausbilder, Pädagogen, Psychologen, Berufsberater, Jugendarbeiter und andere Fachkräfte, die Lernende bei ihrer beruflichen Entwicklung unterstützen. Es handelt sich um eine Fortbildungsmaßnahme für Lehrkräfte, die Pädagogen dabei hilft, zu verstehen, wie sie mit Lernenden auf realistische und verantwortungsbewusste Weise über das Einkommen von Influencern sprechen können.

Im Lehrplan wird dieser Workshop als 120-minütige Veranstaltung beschrieben, die sich mit den finanziellen Realitäten einer Karriere als Influencer befasst. Er hilft Pädagogen dabei, verschiedene Einnahmequellen für Influencer zu erkunden, wie beispielsweise gesponserte Inhalte, Affiliate-Marketing, Markenpartnerschaften und Produktverkäufe. Gleichzeitig regt er eine Diskussion über die weniger sichtbaren Aspekte des digitalen Unternehmertums an: unregelmäßige Einkünfte, Budgetplanung, Finanzplanung und steuerliche Verpflichtungen.

Dieses Thema ist besonders wichtig, da viele Schüler und Schülerinnen im Internet auf Beiträge stoßen, in denen die Arbeit als Influencer als schnell, einfach und äußerst lukrativ dargestellt wird. In Wirklichkeit können die Einkünfte von Influencern jedoch schwanken und hängen von vielen Faktoren ab, darunter der Größe der Zielgruppe, dem Engagement der Follower, Änderungen auf den Plattformen, der Qualität der Inhalte, der Zusammenarbeit mit Marken sowie langfristiger Beständigkeit. Für junge Menschen, die vor einer beruflichen Entscheidung stehen, ist es wichtig, sowohl die Chancen als auch die Risiken zu verstehen.

Eine der größten Stärken des Workshops ist sein praxisorientierter Ansatz. Anhand von Aktivitäten zur Entlarvung von Mythen, Übungen zur Budgetplanung und Gruppendiskussionen können Fachleute aus dem Bereich der beruflichen Bildung darüber nachdenken, wie sie den Lernenden Finanzwissen leichter zugänglich machen können. Der Lehrplan enthält außerdem ein Arbeitsblatt, auf dem die Teilnehmer ein Monatsbudget für einen fiktiven Influencer mit einem Einkommen von 2.000 € erstellen. Dabei sollen sie Faktoren wie Miete, Lebensmittel, Transportkosten, Geschäftsausstattung, Software, Steuern, Ersparnisse und das verbleibende Einkommen berücksichtigen. Diese Übung verdeutlicht, dass Bruttoeinkommen und tatsächlich verfügbares Einkommen nicht dasselbe sind.

Für Experten im Bereich der beruflichen Bildung kann dieser Workshop in vielen Fortbildungskontexten von Nutzen sein. Er lässt sich im Rahmen der Lehrerausbildung, bei Fortbildungen, in Seminaren zur Berufsberatung, in der unternehmerischen Bildung, in der Jugendarbeit oder bei Erasmus+-Folgeaktivitäten erproben. Außerdem lässt er sich an unterschiedliche nationale Gegebenheiten anpassen, insbesondere da sich die Regelungen zu Steuern, Sozialabgaben und Selbstständigkeit von Land zu Land unterscheiden.

Der Workshop knüpft zudem eng an verschiedene Bereiche der beruflichen Bildung an. Er ist relevant für Studierende in den Bereichen Wirtschaft, Betriebswirtschaft, Medien, Design, IKT, Tourismus, Dienstleistungen und unternehmerbezogenen Studiengängen, aber auch für alle jungen Menschen, die ein Verständnis für digitale Arbeit und finanzielle Verantwortung entwickeln möchten. Selbst Studierende, die keine Influencer werden möchten, können davon profitieren, sich mit Themen wie Budgetplanung, unregelmäßigen Einkünften, Selbstständigkeit im Internet und dem Unterschied zwischen dem online dargestellten Lebensstil und der tatsächlichen Finanzplanung auseinanderzusetzen.

Durch die Erprobung dieses Workshops können Berufsbildner ihr eigenes Selbstvertrauen stärken, wenn sie mit den Schülern über Geld, digitale Berufe und Selbstständigkeit sprechen. Außerdem können sie den Jugendlichen dabei helfen, bessere Fragen zu stellen: Wie verdienen Influencer ihr Geld? Welche Ausgaben haben sie? Was passiert, wenn sich das Einkommen von Monat zu Monat ändert? Was bedeutet es, als Selbstständiger Steuern zu zahlen? Wie kann ich unrealistische Behauptungen über Online-Einkünfte erkennen?

Das Ziel ist es nicht, Schüler davon abzuhalten, eine Karriere als Influencer in Betracht zu ziehen. Das Ziel ist es, ihnen dabei zu helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen. Die Arbeit als Influencer kann kreativ und unternehmerisch sein, erfordert aber auch Planung, Verantwortungsbewusstsein, Finanzwissen und realistische Erwartungen.

Das InfluVET-Projekt ermutigt Fachleute aus dem Bereich der beruflichen Bildung, den Workshop „Finanzkompetenz und Einkommen von Influencern“ zu testen und an ihren jeweiligen beruflichen Kontext anzupassen. Im Zeitalter der Influencer sollte die Berufsberatung die Schüler nicht nur fragen, was sie einmal werden möchten – sie sollte ihnen auch helfen zu verstehen, was dieser Beruf tatsächlich erfordert.

Probieren Sie diesen Workshop mit Experten aus der beruflichen Bildung aus und helfen Sie den Schülern dabei, über die Vorstellung vom „leichten Geld“ hinauszublicken und ein realistischeres Verständnis von digitaler Arbeit, Unternehmertum und finanzieller Verantwortung zu entwickeln.

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