Auch wenn unser Projekt nun beendet ist, werden wir weiterhin interessante Ressourcen für euch vorstellen und euch Einblicke in unser Projekt geben! Bleibt also dran! Heute präsentieren wir euch einen interessanten Unterrichtsplan von unseren Kollegen vom Media Education Lab!
Influencer sind im digitalen Leben junger Menschen allgegenwärtig. Sie sind auf Instagram, TikTok, YouTube und anderen Plattformen präsent, teilen ihre Meinungen, bewerben Produkte, präsentieren Lebensstile und geben manchmal Ratschläge zu Bildung, Beruf und Erfolg. Für viele Schüler und Studenten sind Influencer nicht nur Unterhaltung – sie sind auch eine Quelle für Informationen und Inspiration.
Aus diesem Grund können Influencer-Inhalte ein wertvolles Thema im Bildungsbereich sein.
Eine interessante pädagogische Ressource hierfür ist der vom Media Education Lab entwickelte Unterrichtsentwurf „Hallo! Ich bin ein Social-Media-Influencer“. Die Unterrichtseinheit soll den Lernenden helfen, die Botschaften hinter den Beiträgen von Social-Media-Influencern zu verstehen und zu analysieren, damit sie besser darüber nachdenken können, welchen Einfluss diese Botschaften auf ihr eigenes Leben haben könnten.
Diese Ressource kann insbesondere für Lehrkräfte in der beruflichen Bildung, Ausbilder, schulisches Hilfspersonal und Berufsberater von Nutzen sein. Auszubildende bereiten sich auf den Arbeitsmarkt vor, wachsen aber gleichzeitig in einem Medienumfeld auf, in dem Arbeit, Erfolg und Identität oft durch sorgfältig gestaltete Online-Bilder dargestellt werden. Durch die Analyse von Influencer-Beiträgen können die Auszubildenden lernen, wichtige Fragen zu stellen: Was möchte dieser Influencer vermitteln? Ist die Botschaft authentisch, werblich oder beides? Welche Emotionen weckt der Beitrag? Welcher Lebensstil, welche Werte oder welches Berufsbild werden vermittelt?
Die Unterrichtseinheit kann auch als Grundlage für Diskussionen über Werbung und versteckte Beeinflussung dienen. Viele Beiträge von Influencern wirken persönlich und spontan, können jedoch kommerzielle Ziele, Sponsoring oder Markenbotschaften beinhalten. Den Schülern dabei zu helfen, dies zu erkennen, bedeutet nicht, ihnen beizubringen, alle Inhalte von Influencern abzulehnen. Vielmehr hilft es ihnen, bewusstere, kritischere und verantwortungsvollere Mediennutzer zu werden.
Im Bereich der beruflichen Bildung steht dieses Thema in engem Zusammenhang mit der Karriereplanung. Die Lernenden folgen möglicherweise Influencern, die Unternehmertum, Reisen, Beauty, Fitness, Gaming, Mode, Technologie oder „leicht verdientes Geld“ als attraktive Karrierewege darstellen. Diese Beispiele können eine breitere Diskussion darüber anstoßen, was online sichtbar ist und was oft im Verborgenen bleibt: Planung, Kompetenzen, Verträge, Kosten, Bearbeitung, Algorithmen, Druck durch das Publikum und unregelmäßiges Einkommen.
Experten im Bereich der beruflichen Bildung können diese Lektion in der Lehrerfortbildung, in Workshops zur Medienkompetenz, bei Maßnahmen zur Berufsorientierung oder im Unterricht zu digitalen Kompetenzen einsetzen. Eine einfache Unterrichtsaktivität könnte darin bestehen, die Teilnehmenden zu bitten, einen Beitrag eines Influencers auszuwählen und diesen anhand von Leitfragen zu analysieren: Wer hat diese Botschaft verfasst? Wer ist die Zielgruppe? Mit welchen Techniken wird Aufmerksamkeit erregt? Wird etwas verkauft? Was wird erwähnt und was wird ausgelassen? Wie könnte dieser Beitrag die Erwartungen junger Menschen an Arbeit oder Erfolg beeinflussen?
Die Stärke dieser Unterrichtseinheit liegt darin, dass sie an dem anknüpft, was die Schüler bereits wissen. Die Influencer-Kultur ist kein fremdes Phänomen in ihrem Leben – sie ist Teil ihrer alltäglichen Medienerfahrung. Wenn Lehrkräfte diese Realität als Ausgangspunkt nutzen, können sie sinnvolle Diskussionen über digitale Verantwortung, Selbstdarstellung, Glaubwürdigkeit und fundierte Berufsentscheidungen anregen.
Das InfluVET-Projekt ermutigt Pädagoginnen und Pädagogen, Ressourcen wie diese zu nutzen, um junge Menschen dabei zu unterstützen, sich im Zeitalter der Influencer zurechtzufinden. Schülerinnen und Schüler benötigen nicht nur technische digitale Kompetenzen. Sie benötigen auch kritisches Denken, Medienkompetenz und die Fähigkeit zu verstehen, wie Online-Botschaften ihre Entscheidungen beeinflussen.
Influencer können unterhaltsam, inspirierend und lehrreich sein. Sie können aber auch unrealistische Erwartungen wecken. Deshalb kommt Schulen und Fachleuten aus dem Bereich der beruflichen Bildung eine wichtige Rolle zu: Sie sollen den Schülern helfen, über den einzelnen Beitrag hinauszuschauen, die Botschaft zu verstehen und in ihrem digitalen und beruflichen Leben wohlüberlegte Entscheidungen zu treffen.
Die Lektion findest du hier: https://sites.google.com/mediaeducationlab.com/blueteam2/home

