UNESCO-Studie zum Thema Digitalisierung

Was können uns Influencer über Medienkompetenz beibringen?

Auch wenn unser Projekt nun beendet ist, werden wir weiterhin interessante Ressourcen für euch vorstellen und euch Einblicke in unser Projekt geben! Bleibt also dran! Heute präsentieren wir euch eine interessante Ressource der UNESCO!

Influencer sind längst nicht mehr nur Unterhalter. Sie prägen Meinungen, bewerben Produkte, erklären Trends, teilen persönliche Erfahrungen und beeinflussen manchmal sogar die Vorstellungen junger Menschen von ihrer beruflichen Zukunft. Für Auszubildende, die sich auf den Einstieg in den Arbeitsmarkt vorbereiten, können die Inhalte von Influencern sowohl inspirierend als auch irreführend sein.

Aus diesem Grund wird Medienkompetenz zu einem wesentlichen Bestandteil der modernen Berufsberatung.

Eine interessante Bildungsressource zu diesem Thema ist der UNESCO-Artikel „Zwei Drittel der Ersteller digitaler Inhalte überprüfen ihre Fakten nicht, bevor sie diese teilen, möchten aber lernen, wie man das macht“, in dem Ergebnisse der Studie „Behind the Screens“ vorgestellt werden. Die UNESCO berichtet, dass 62 % der Ersteller digitaler Inhalte vor der Veröffentlichung von Informationen keine gründliche und systematische Faktenprüfung durchführen, während 73 % gerne darin geschult werden möchten. Damit ist der Artikel besonders relevant für Lehrkräfte, die mit ihren Schülern über Influencer, Vertrauen im Internet und verantwortungsvolle digitale Kommunikation sprechen möchten.

Dies wirft eine wichtige Frage für die berufliche Bildung auf: Wenn Influencer für junge Menschen zu wichtigen Informationsquellen werden, wie können Schulen den Schülern dann helfen, das, was sie online sehen, richtig einzuordnen?

Für Lehrkräfte in der beruflichen Bildung, Ausbilder und Berufsberater kann diese Ressource als Ausgangspunkt für Diskussionen mit den Lernenden dienen. Anstatt den Lernenden einfach zu sagen, sie sollten Influencern nicht vertrauen, können Pädagogen sie dazu anleiten, bessere Fragen zu stellen: Wer hat diesen Inhalt erstellt? Welcher Zweck steckt dahinter? Basiert er auf Fakten, persönlichen Erfahrungen oder bezahlter Werbung? Werden Quellen genannt? Geht der Influencer offen mit Sponsoring um? Welche Informationen fehlen?

Diese Fragen sind nicht nur für die Analyse sozialer Medien nützlich. Sie stehen auch im Zusammenhang mit dem Karrieremanagement. Viele junge Menschen folgen Influencern, die Erfolg, Geld, Reisen, Unternehmertum oder „Traumjobs“ auf sehr attraktive Weise präsentieren. Doch Online-Inhalte zeigen oft nur einen Teil der Geschichte. Schüler und Studenten sehen vielleicht die Ergebnisse, aber nicht die Planung, die Kosten, die Verträge, den Stress, die Bearbeitung, die Algorithmen, das unregelmäßige Einkommen oder die ethische Verantwortung hinter den Kulissen.

Aus diesem Grund kann das Thema „Influencer“ zu einem wirkungsvollen pädagogischen Instrument werden. Es hilft den Schülern dabei, kritisches Denken und digitale Verantwortung zu entwickeln sowie realistischere Erwartungen an die Arbeitswelt im digitalen Zeitalter zu formulieren. Außerdem hilft es ihnen zu verstehen, dass Online-Präsenz mit Verantwortung einhergeht: Das Teilen von Informationen kann die Entscheidungen, Einstellungen und das Verhalten anderer Menschen beeinflussen.

Fachleute aus dem Bereich der beruflichen Bildung können die UNESCO-Ressource in der Lehrerfortbildung, in Workshops zur Medienkompetenz oder in Berufsberatungssitzungen einsetzen. Eine einfache Übung könnte darin bestehen, Beiträge von Influencern zu analysieren. Die Teilnehmenden können einen öffentlichen Beitrag auswählen und diskutieren, ob dieser informativ, werbend, emotional, lehrreich oder irreführend ist. Sie können außerdem untersuchen, ob der Verfasser Quellen angibt, Sponsoring deutlich kennzeichnet, eine überzeugende Sprache verwendet oder einen Lebensstil präsentiert, der unrealistische Erwartungen wecken könnte.

Es geht nicht darum, Influencer als Gruppe zu kritisieren. Viele Content-Ersteller produzieren wertvolle, lehrreiche und gesellschaftlich nützliche Inhalte. Das Ziel ist es, Schüler dabei zu unterstützen, digitale Medien bewusster zu nutzen und möglicherweise selbst zu verantwortungsbewussteren Content-Erstellern zu werden.

Im Zeitalter der Influencer muss die Berufsberatung über traditionelle Berufe hinausgehen. Schüler benötigen Unterstützung dabei, digitale Arbeitsformen, Online-Identität, Selbstdarstellung, Medienbotschaften sowie den Unterschied zwischen Popularität und beruflicher Glaubwürdigkeit zu verstehen.

Die Informationsquelle der UNESCO erinnert uns daran, dass Vertrauen im Internet nicht von selbst entsteht. Es wird durch Genauigkeit, Transparenz, Verantwortungsbewusstsein und kritisches Denken aufgebaut. Genau diese Fähigkeiten benötigen Berufsschüler – ganz gleich, ob sie Influencer, Unternehmer, Arbeitnehmer oder einfach nur aktive Bürger in einer digitalen Welt werden möchten.

Das InfluVET-Projekt ermutigt Lehrkräfte und Fachleute im Bereich der beruflichen Bildung, Ressourcen wie diese weiterhin in ihrer Arbeit mit jungen Menschen einzusetzen. Influencer sind bereits Teil des Lebens der Lernenden. Nun ist es an der Zeit, sie in sinnvolle pädagogische Gespräche einzubeziehen.

Den UNESCO-Artikel finden Sie hier: https://www.unesco.org/en/articles/23-digital-content-creators-do-not-check-their-facts-sharing-want-learn-how-do-so-unesco-survey

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